Ostern 2020

Ostern

 

Der Herr ist auferstanden!

Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Das ist die schönste Botschaft, die wir zu überbringen haben.

Alles, was wir glauben hängt von dieser Botschaft ab und unser Leben wird von dieser Botschaft gehalten.

Davon bin ich überzeugt und deshalb lade ich Sie mit großer Freude ein, mit mir zusammen diese Botschaft zu feiern.

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Psalm 96 (Psalmnachdichtung von Gottfried Schille)

 

Singt dem Herrn, alle Völker.

Ein neues Lied soll es sein.

Lobt den Namen des Herrn überall,

erzählt von der Größe unseres Gottes.

Da ist keiner so hoch zu loben wie er,

keiner zu fürchten wie der Unsichtbare.

Denn Maskottchen sind wohlfeile Einbildung,

er aber schafft das Leben.

Gebt unserem Gott die Ehre!

Bringt eure Gaben zu Ehren seines Namens.

Betet ihn an im festlichen Kleid,

im Schmuck der Lichte, Blumen und Girlanden!

Sagt euren Dank laut, dass alle es hören,

wem ihr zu danken habt.

Im Felde neigen sich die Garben,

seht: die Bäume recken sich stolz vor ihm,

darüber schwebt das Loblied der Lerchen

und nachts der glitzernde Reigen der Sterne!

Der Herr kommt in sein Reich,

mit ihm Hoffnung und Recht auf das Leben.

 

Stilles Gebet

 

Andacht Matthäus 28,1-10

 

Der Engel sieht dich an.

Vielleicht lächelt er, breitet die Arme aus oder zeigt Zuversicht und Stärke. Ein Engel mit Ausstrahlung

„Fürchte dich nicht!“ sagt er dir!

Und: Er erzählt vom Leben!!

 

„Nach dem Sabbat, in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach Jesu Grab zu sehen. Und siehe es geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab und trat hinzu, er wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Wachen begannen vor Angst zu beben und fielen wie tot zu Boden.“

 

So verkündigt der Evangelist Matthäus die Auferstehung Jesu von den Toten. Ein Engel bestimmt die Szene, er bewegt den Grabstein mit der Leichtigkeit göttlicher Kraft und der Stein, der den Tod besiegeln sollte, wird ihm zur Kanzel. Er setzt sich ganz lässig darauf, als wollte er noch mal deutlich machen: kein noch so schwerer Stein, kann die Kraft Gottes gefangen halten.

Und die Wachen, die aufgestellt worden waren, um einen Toten unter Kontrolle zu halten, fallen jetzt um wie tot. Alles steht Kopf.

 

Und er Engel spricht zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht, ich weiß, dass ihr Jesus den Gekreuzigten sucht. Er ist nicht hier. Er wurde auferweckt, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferweckt ist von den Toten. Und siehe, er geht euch vor nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.“

 

Du hältst deinen eigenen Engel in Händen. Ein Kind hat ihn gemalt. Ob Engel so aussehen? Ja, warum nicht? Jede und jeder hat seine eigene Vorstellung und doch gibt es Übereinstimmungen. Engel sind freundlich. Engel sind leicht wie der Wind. Engel sind bunt wie das Leben. Engel sind hell, wie das Licht.

Engel sind gute Boten für Gottes Wort.

 

Dieses Wort verspricht Friede auf Erden und Leben in Hülle und Fülle, komme was wolle, auch und gerade in dieser Zeit.

Jesu Lebens- und Auerstehungsgeschichte wurde von Gott erzählt, gerade weil diese Welt vom Tod bestimmt wird. Heute heißt der Feind „Corona“, in anderen Ländern spricht man von „Krieg“ oder „Hunger“. Der Feind kann auch „Krebs“ heißen oder „Demenz“. Er hat viele Namen. Gott setzt einen Namen dagegen: „Jesus Christus“.

Jesus erleidet was wir erleiden und durchbricht woran wir zerbrechen. Er stirbt, damit wir leben! Damit wir Zuversicht haben in der Zeit der Krise und damit wir wissen, dass er an unserer Seite bleibt, als der Gott, der den Tod überwindet.

 

Dieses Versprechen möchte ich heute an dich persönlich weiter geben.

Ostern ist kein Datum im Kalender, es ist eine Gewissheit in deinem Herzen.

Ostern kann man nicht ausfallen lassen, denn es geschieht an dir.

Es ist deine Zukunft und deine Hoffnung, deine Stärke und dein Licht.

Ostern ist jeder Funke Freude oder Dankbarkeit in schwerer Zeit und das sichere Gefühl gehalten zu werden.

 

Der Engel zeigt das, was man eigentlich nicht sehen kann. Er zeigt das Geheimnis des christlichen Glaubens: Gott ist da! Immer!

 

Wer das Alte und das Neue Testament kennt, weiß: Immer wenn ein Engel auftritt ist Gott gegenwärtig. Auf seine Art, die wir nur mit Bildern benennen können: Wie die Wolke, in der Gott sein Volk durch die Wüste begleitet,

wie der sanfte Wind, der über die Haut streicht,

wie das Erdbeben, das alles durcheinander wirft und keinen Stein auf dem anderen lässt.

 

So erlebte nicht nur Moses seinen Gott, sondern bis in unsere heutige Zeit ist Gott unendlich liebevoll und sehr gewaltig am Werk.

Und genau so beschreibt Matthäus sein Wirken am Ostertag. Erschütternd und eindrücklich. „Es geschah ein großes Erdbeben.“ – in der stillen Morgenstunde.

Und: Das kalte, unerbittliche Grab wird zum „Beweis“ für das ewige Leben!

Verrückt!

„Kommt her und seht die Stelle, wo er gelegen hat. Er ist nicht hier, er wurde auferweckt von Gott“

 

Einfache Zeichen sprechen von einem Geschehen, das wir nicht begreifen können. Kinder verkündigen mit ihren Bildern die frohe Botschaft, weil Gott seinen Geist schenkt.

 

Dennoch ist das Evangelium kein Kinderspiel, es ist ungeheuerlich. Die Wächter am Grab fielen um wie tot und auch die Frauen erschraken, hielten aber an dem Wunder fest. Mit der Kraft ihres Herzens kämpften sie gegen den Verstand.

Mit der Hoffnung im Herzen sahen sie trotz aller Dunkelheit das Licht.

 

Ohne zu wissen, was sie suchten, wurden sie von Gott gefunden.

 „Wenn ihr mich von ganzen Herzen sucht, so will ich mich von euch finden lassen“. Das hatte Gott schon durch den Propheten Jeremia versprochen. Die Frauen werden, wie auch später die Jünger, den Gekreuzigten, finden.

Sie werden ihn in Galiläa finden, sagt der Himmelbote. Er schickt sie nicht in die Ewigkeit. Und auch nicht in einen überirdischen Bereich.

Der Auferstandene geht zurück in den Alltag.

Dorthin, wo er mit seinen Freunden lebte,

Brot und Fische teilte,

von Gottes unendlicher Liebe sprach.

Dorthin wo er Traurige froh machte und Kranke heilte.

 

„Auferstehung“ muss praktisch, ja alltäglich werden, sonst bleibt es nur ein Wort. Wir erleben „Auferstehung“, indem wir Jesus folgen, so wie es die Jünger gemacht haben.

Martin Luther hat einmal an Ostern gepredigt, dass viele Menschen den Glauben an die Auferstehung Christi wie ein Bild an der Wand anschauen. Als wäre man im Museum. Wenn man aber nur mit den leiblichen Augen schaut, meinte er, dann hat man keinen Trost von der Auferstehung. „Man muss die Auferstehung anschauen, dass sie unser ist und mich und dich angeht.“

 

Dieser Engel ist vielleicht auch nur ein „Bild an der Wand“, aber vielleicht ist es auch ein Bote Gottes, der dir persönlich heute sagt: „Fürchte dich nicht! Das Leben siegt!“

 

Wenn wir Jesus zuhören, dann sagt er uns:

Du musst dich nicht ängstlich verkriechen. Du kannst dich ausstrecken:

Aus deiner im Moment sehr kleinen Welt in das weite Gottesreich.

Aus dem engen Sorgen deiner Gedanken in das friedliche, bunte Gottesreich.

Wenn du nicht weißt was du tun sollst, dann tue etwas, wodurch deine Seele an Weite gewinnt. Singe! Bete! Teile Brot und Wein!

Sprich mit Gott und höre ihm zu.

Du wirst erkennen, dass du Kräfte hast, die du nicht kanntest. Und du wirst überwältigt sein von der Schönheit, der Lebenskraft und Lebensfülle, die dich und alle in Gottes Reich beglücken und erfüllen werden.

 

Wir sind freie Menschen. Wir sind berufen zu lieben. Wir sollen Licht der Welt sein. Lichter aus jenem großen Licht, auf das wir zugehen.

Wir können schon jetzt tun, was nötig ist. Es kann Leben von uns ausgehen, Freude, Gerechtigkeit Frieden. Es kann Trost von uns ausgehen und Freiheit. Mut für den kommenden Tag und Hoffnung für die Zukunft!!

 

Darum: Lasst uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod. Sünd ist vergeben, Halleluja, Jesus bringt Leben. Halleluja“ (EG116)

https://www.youtube.com/watch?v=aUH8_A_BuGg

 

Gott, du Ursprung allen Lebens,

aus dem Nichts rufst du die Welt ins Dasein,

aus dem Dunkel der Nacht rufst du uns ins Licht,

aus der Ferne in deine Nähe,

aus der Schuld in die neue Freiheit,

aus allem, was dem Tod verfällt, in Christi Zukunft.

Wir danken dir für ihn, der uns sein Leben schenkt:

 

Nehmen Sie das Brot!

 

Es ist das Zeichen des Lebens.

Symbol für Gottes fürsorgliche Liebe.

Diese Liebe ist im Brot „verkörpert“.

Mit dem Brot machen wir uns die Liebe Gottes zueigen, um aus ihr zu leben.

Sie wird ein Teil von uns und wir ein Teil von ihr.

 

Ein Brot ist's das wir brechen.

So sind wir ein Leib und untereinander Glieder.

 

Brot teilen und essen.

 

 

Nehmen sie den Kelch.

 

Er ist das Zeichen der Freude.

Symbol für Feier und Gemeinschaft.

Er zeigt uns, dass Gott sich verschenkt.

Seine Hingabe fließt zusammen im Wein.

Indem wir ihn trinken nehmen wir sein Opfer an und lassen uns befreien von allem, was uns von ihm trennt.

 

Ein Kelch ist's, der uns vereint zur Freude auf Gottes Reich.

Er ist der Bund, in Jesu Blut, zur Vergebung der Sünden.

 

Wein/Saft teilen und trinken.

 

Wir danken dir, gütiger Gott:

Du hast uns eingeladen und wir sind an deinen Tisch gekommen.

Wir haben Christus, unseren Herren, in Brot und Wein empfangen.

Nun sind wir mit dir und untereinander verbunden.

Es tut gut zu wissen, dass wir nicht allein auf dem Weg sind.

Du bist bei uns.

Menschen, die uns nah sind und mit denen wir jetzt gerne zusammen wären, können wir nicht treffen, aber wir sind im Herzen mit ihnen verbunden und bitten dich um deinen Segen.

 

Persönliches Gebet…

 

Schenke Heil, Gott.

Heil und Segen für die ganze Welt, damit wir aus dieser Zeit der Isolation lernen und im Gedächtnis behalten, was wirklich wichtig ist im Leben.

 

Schenke Dankbarkeit, Gott,

Dankbarkeit, darüber, was uns reich macht und glücklich, auch in schweren Zeiten.

 

Schenke Demut Gott,

Demut vor dir und deiner Güte, die unseren Verstand übersteigt.

 

Schenke Freude, Gott,

Freude an deiner Herrlichkeit, die uns bleibt, wenn uns nichts mehr bleibt.

 

Und öffne allen, die jetzt diese Welt verlassen deinen Himmel, damit sie Frieden finden und die Erfüllung deiner Verheißungen.

 

Vaterunser

Vater Unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unserem Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Ich wünsche dir den Segen des liebenden Gottes,

dass er dich findet und dir seine Gnade ins Herz senkt,

damit inmitten der Nacht sein Licht um dich her leuchtet

und dir der frische Morgen ewiges Leben verheißt.

Es segne und behüte dich Gott der Allmächtige,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.