Der angekündigte Abendgottesdienst am 18.06.2022 und auch der Ersatztermin am 25.06.2022 muss leider ausfallen!

Wir feiern unsere Gottesdienste sonntags um 10 Uhr.

Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes ist freiwillig.

Gottesdienstordnung 6. n. Trinitatis 2022

Musik zum Eingang

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herren,

der Himmel und Erde gemacht hat,

der Wort und Treue hält und nicht aufgibt das Werk seiner Hände.

Begrüßung

Der sechste Sonntag nach Trinitatis ist traditionell der Sonntag an dem sich die christliche Gemeinde ihres Getauftseins erinnert.

Aus der Taufe zu leben und das eigene Getauftsein mit dem alltäglichen Leben zu verbinden, ist das Ziel des Gottesdienstes.

Ich habe für den heutigen Sonntag Unterstürzung bekommen.

Dafür bin ich sehr dankbar.

Herbert Vietor hat die Lieder ausgesucht.

Eins hat meine Schwester gewählt und sie wird auch die Predigt heute halten.

Wie es dazu kam werde ich gleich erklären.

Wochenspruch:

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!

Abkündigungen

Eingangslied: 169. 1-4 Der Gottesdienst soll fröhlich sein

Psalm 139 

Gebet

Gott, unser Vater, du rufst uns, immer wider. Du rufst uns in deine Gemeinschaft, in deine Kraft. Wir hören nicht, wurschteln vor uns hin. Machen weiter wie bisher, verausgaben uns und suchen … - wonach eigentlich??

nach Sinn? nach Freude?

Du rufst uns ins Leben, in deine Herrlichkeit.

Wenn wir jemanden rufen und die Person hört nicht, sind wir sauer, mindestens enttäuscht.

Du nicht!

Du wartest, bis wir eventuell bereit sein könnten zu hören und rufst erneut.

Das ist unglaublich!!

Du treuer Gott, du hast uns in der Taufe schon längst erlöst, hast uns ein neues Leben geschenkt. Lass uns froh und mit Zuversicht unseren Weg gehen, weil uns nichts von deiner Liebe trennen kann, die du uns schenkst in Jesus Christus, deinem lieben Sohn unserem Herrn, der lebet und leben wird,

jetzt uns alle Zeit, bis in Ewigkeit

Gemeinde: Amen

Presbyterin: Schriftlesung Jesaja 43,1-7

Gemeinsam: Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus seinen eingeborenen Sohn unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes des Allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied 250,1+3+5 Ich lobe dich von ganzer Seelen

Predigt

Die Gnade unseres Herren Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Gemeinde,

gleich wird meine Schwester ihre Gedanken zum heutigen Predigttext vortragen.

Wie kommt es dazu?

Vielleicht erinnern sie sich, dass ich am 1. Weihnachtsfeiertag schon mal eine Predigt von ihr vorgelesen habe.

Ich hatte in dieser Zeit sehr viel zu tun und wir konnten deshalb nicht so lange telefonieren.

Bine hat normalerweise auch immer sehr viel zu tun,

aber damals nicht.

Sie fragte, ob sie mir irgendwie helfen kann und ich antwortete nur so zum Spaß: „Du könntest mir eine Predigt schreiben.“

Und das tat sie dann auch.

Als ich vor ein paar Wochen Walter erzählte, dass meine Schwester zu Besuch kommt, sagte er: „Vielleicht hat sie ja wieder eine Predigt im Gepäck?!

Das hat mir damals gut gefallen.“

Um ihr eine Freude zu machen, erzählte ich ihr davon,

aber sie nahm die Herausforderung direkt an und beschäftigte sich mit einem der schwersten Texte im ganzen neuen Testament – aus meiner Sicht.

Was geschieht in der Taufe?

Was bedeutet sie für mein Leben?

Wodurch unterscheidet sich der „alte Mensch“ vom „neuen Leben“ nach der Taufe?

Offensichtlich gibt es dazu in den ersten Gemeinden, die Paulus gegründet hat, viele Fragen.

Paulus geht diesen Fragen nach.

Und ganz im Sinne Martin Luthers, nehmen wir hier in Brüggen die Tauftheologie des Paulus so ernst, dass wir dem „Priestertum aller Getauften“ Raum geben.

=> Bine

Im heutigen Predigttext geht es Paulus um die Verdeutlichung, was es eigentlich heißt Christ zu sein –

3. Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?

4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.

5 Denn wenn wir mit ihm zusammengewachsen sind, ihm gleich geworden in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.

6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen.

7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.

8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.

 Paulus beginnt mit der Frage: 3 Wisset ihr [denn] nicht,….? Basierend auf den Folgetext, scheint die Frage aber mehr rehtorisch….er erwartet dass seine Zuhörer (Roemer – neue Gemeinde) die Antwort auf seine Fragen wissen.

Das Wissen das er speziell von seinen Zuhörern erfragt, dreht sich dann erst mal hauptsächlich um die Taufe und deren Bedeutung in Bezug auf den Tode Jesu… daß alle, die wir in Jesus Christus getauft sind, die sind die in seinen Tod getauft wurden? (3)

Hum, dass hört sich komisch an; Taufe und Tod im selben Satz…..? Wenn wir heute an Taufe denken kommen schnell Bilder von Babys und kleinen Kindern in weissen Kleidern auf, die auf den Armen glücklicher Eltern getauft werden. Da denkt man lieber nicht an Tod.

Doch 58 nach Christ, when Paulus die Briefe an die Roemer schrieb, waren es meist Erwachsene die sich taufen ließen. So stellt man sich erwachsene Männer (und Frauen) in Flüssen und grossen Wasserbecken vor…

Taufe und Tod, es geht hier nicht nur um die reinigende Kraft des Taufwassers, nicht nur um das Wasser als Lebensquelle, die Symbolisierung eines Neubeginns…..sondern auch um die Vergegenwärtigung eines Todes; etwas das unwiederbringlich aufhört, Schluss, aus, vorbei…..es ist zu Ende. Schwarzes Loch…..

...und trotzdem …dann geht es dann doch noch weiter…bei Paulus.

Wir wurden in Christus’ Tod getauft, durch die Taufe auch wie Jesu mit begraben um dann mit Christus auferweckt zu werden….so dass wir in einem ‘Neuen Leben’ wandeln (4)….wir können unser altes Leben nicht einfach so abwaschen, es wird nicht einfach von uns weggespült, nein es bedarf einer viel größeren Veränderung.

 

Eines meiner Lieblings Gedichte von Hermann Hesse kommt da zur Erinnerung, das ich gerne mit Ihnen hier teilen wuerde…: Hermann Hesse Gedicht - Stufen

 

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem alter weicht,

blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch und jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andere, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen.

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen.

Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen.

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegen senden.

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden……

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

 

In vielen Kulturen ist der Tod ein integraler Teil des Lebens; das Leben ist nicht komplett oder rund wenn der Tod nicht auch seinen Platz im dasein hat. Oft im Leben muessen wir kleine Tode sterben um das Leben ‘als ganzes’ zu meistern; unser Ego, stirbt kleine oder größere Tode auf dem Weg der menschlichen Reifung.

Oft müssen wir loslassen um uns an die wechselnden Ansprüche des Lebens anzupassen. Der Tod hat für viele von uns etwas Endgültiges, Ungewisses, das wir nur schwer verstehen. Doch Paulus zeigt uns dass unser Sterben in ein Neues Sein nach der Taufe auch ein neues Lebensbild mit sich bringt.

Mit der Taufe metamorphiert der Mensch in ein Neues Leben; doch diese Veränderung ist so gravierend dass sie eines Todes gleichzusetzen ist. Aehnlich wie die Raupe den Kokon zurueck laesst wenn sie zum Schmetterling wird. Doch was ist es das hier stirbt? Unser alter Mensch, unser altes Leben….the way we were…

Auch von dieser Frage geht Paulus davon aus, dass wir die Antwort Wissen. 6 dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuzigt ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht mehr dienen.

Hier kommt Paulus zurück zu früheren Auslegungen bezüglich der Sünde – der Leib der Sünde wird abgelegt (6) denn dadurch dass wir durch den Tod gingen; sind wir frei von Suende….(7); und was ist Sünde?

Sünde ist nicht nur individuelle Gelegenheiten, wenn wir bewusst schlechte Intentionen haben, wenn wir bewusst selbstsüchtig oder selbst nützlich sind. Paulus sieht die Sünde vielmehr als eine Grundcharaktere des menschlichen Lebens an – jeder Mensch ist von Haus aus limitiert; alle Menschen sind es (Roemer 3, 10-12), wir können einfach nichts dafuer…. we just can’t help it.

Doch über die Taufe, in den Tod Jesu Christi, stirbt unsere Limitierung als der ‘alte Mensch’ mit Christus’ Kreuzigung, und so werden auch wir – so wie er, mit ihm in ein neues Leben auferstehen…(5) als Gottes Geschenk an uns.

 

Wenn aber unsere menschliche Limitierung durch Taufe in ‘unserem Neuen Leben’ von Gott durch den Tod seines Sohnes vergeben ist, warum würden wir uns dann noch anstrengen in unserem Neuen Leben….fragt Paulus am Anfang des Kapitels (6, 1-2), - nochmals mehr als eine rhetorischen Frage….denn fuer Ihn ist die Antwort klar….

  8 Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden,

… Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen. Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegen senden.

Wie der Schmetterling nicht mehr wie Raupe sein kann, so kann auch der getaufte “neue” Mensch nicht anders als  -  für Gott zu leben. (11) 

Nach dem Tode unseres alten limitierten Lebens…des ‘alten’ Menschen - durch Taufe in ein neues Leben, gibt es keine andere Wahl ….wir sind mit Jesu gestorben, und auferstanden, so dass wir nun nur eines tun koennen…wir werden auch leben mit ihm;….wie Christus lebte; in Liebe Gottes, - wir wollen nun in seinem Sinne leben.

Die Taufe ist die Brücke vom

a)    menschlich limitierten Leben mit finalen Tod und unserer Grundhaltung ‘ich kann nicht anders oder besser handeln’,………

b)    zum ewigen Leben in Gottes Liebe durch Christus -, gekreuzigt, begraben, auferstanden -, durch die unsere Limitierung vergeben wird; ………zu

c)     dem ewigen Leben gedenkend und dankend, wählen wir nun bewusst, ‘weil wir nicht anders koennen’,

a.     nicht mehr Sünde (leben in innerer Entfernung von Gott; sich auf seiner faulen, limitierten Haut ausruhen – Jeder hat seins: you know who you are) sondern

b.     wir wählen den Weltengeist der uns Stuf’ um Stufe heben, weiten will und ‘neuen Raeumen’ mit höheren christlichen Ansprüchen an uns entgegen sendet.

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden……

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Amen.

Gemeinde: 663,1-4 Herr, deine Liebe

Jesus Christus, du Auferstandener,

das Wasser des Lebens versprichst du denen,
die zu dir gehören.
Durch das Wasser des Todes rettest du die,
die zu dir gehören.

Wir bitten dich um Wasser und Leben
für die Menschen in Gefahr,
für die Kranken und Verletzten,
die von Krieg und Hass Überfallenen,
für die von Feuern und Fluten Bedrohten.
Rette du, wo der Tod um sich greifen will.
Rette du, wo der Tod unser Versagen nutzt.

Jesus Christus, du bist das Leben, erbarme dich.

Wir bitten dich um Leben und Frieden
für die Menschen in Angst vor Inflation und Armut,
vor Krieg und den kommenden Winter,
vor unberechenbaren Gewaltherrschern,
vor dem Tod.
Rette du, wo Verzweiflung um sich greifen will.
Rette du, wo Verzweiflung nach uns greifen will.

Jesus Christus, du bis das Leben, erbarme dich.

Wir bitten dich um Frieden und Segen
für die Schöpfung,
für die Menschen auf Reisen,
für alle, die zu Neuem aufbrechen,
für
alle Kinder, die das ganze Leben noch vor sich haben

und doch so viele Probleme von uns erben.
Segne du deine Schöpfung,
segne alle, die in diesen Tagen getauft werden.
Segne uns und alle, die zu uns gehören.
Jesus Christus, du bis das Leben, erbarme dich.

Wir bitten dich um Segen und Glauben
für deine Gemeinde,
für die Gemeinden in aller Welt,
für die Frauen und Männer,
die auf dem Weg nach Deutschland
zur Vollversammlung des Ökumenischen Rates sind.
Begeistere deine Gemeinde,
versöhne die Streitenden und
verwandele uns und diese Welt durch deine Liebe.

Jesus Christus, du schenkst uns das Wasser des Lebens,
du rettest vor dem Tod.
Wir gehören zu dir,
erhöre uns heute und alle Tage.
Amen.

Vater Unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unserem Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied: 262, 1-7 Sonne der Gerechtigkeit

Der Herr segne und behüte dich,

der Herr erhebe sein Angesicht über dich und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden.

Gemeinde: Amen

Musik zum Ausgang

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