Wir feiern Präsenz-Gottesdienst unter unserem Hygienekonzept.

Vor der Kirche muss ein medizinische Mundschutz oder FFP2 Maske aufgesetzt werden. Unsere Gottesdienstbesucher/innen werden von einer Presbyterin oder einem Presbyter begrüßt und mit den Hygienemaßnahmen vertraut gemacht.

Die Hände müssen entweder im Gemeindehaus gründlich gewaschen oder vor der Tür desinfiziert werden.

Die Besucher/innen werden vom Küster in eine Liste eingetragen.

Die besondere Rückverfolgbarkeit gewährleisten wir, indem wir neben der Erhebung von Namen, Adresse und Telefonnummer einen Sitzplan erstellen, der darüber Auskunft gibt, welche Person wo gesessen hat.

Die Sitzreihen werden von vorne nach hinten besetzt. Der Sitzplatz darf bis zum Ende des Gottesdienstes nicht verlassen werden. Der Mundschutz muss während des gesamten Gottesdienstes getragen werden.

Am Ende des Gottesdienstes werden die Gottesdienstbesucher/innen von den letzten bis zu den ersten Reihen einzeln aus der Kirche gebeten.

Das Kollektenkörbchen steht auf einen Stuhl im Ausgang.

Die Kirche hat max. 47 Plätze (27 Einzelplätze). Diese Zahl darf nicht überschritten werden.

Es wird sonntags ein kurzer Gottesdienst (max. 45 Minuten) um 10:00 Uhr angeboten.

Predigt vom 15. Sonntag nach Trinitatis, 12.09.2021

Und

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus

Der heutige Predigttext steht im 1. Petrusbrief im 5. Kapitel; es sind die Verse 5 bis 11.

5 Desgleichen ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander bekleidet euch mit Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.

7 Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.

8 Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.

9 Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder und Schwestern in der Welt kommen.

10 Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.

11 Ihm sei die Macht in alle Ewigkeit!

Wenn ich an Petrus denke, habe ich ein Bild aus dem Film „Quo vadis“ vor mir.

Ein großer, stattlicher Mann mit grauen Locken und grauem Vollbart. Ein Mann, den so schnell nichts umhauen konnte. Stark, und aufgrund seines Berufes wettergegerbt.

Simon Petrus war Fischer. Er stammte aus Galiläa und war einer der ersten von Jesu Jüngern. Zusammen mit Andreas, Jakobus und Johannes folgte er Jesus vom See Genezareth aus um „Menschen zu fischen“.

Alle vier Evangelien stellen Petrus als Führerfigur dar. Er stand Jesus besonders nahe und verbrachte die letzten Stunden mit ihm im Garten Gethsemane – aber bei aller Liebe, die er Christus entgegenbrachte, hat er ihn doch verraten.

Jesus wusste das, wir kennen das zum Beispiel aus dem Lukasevangelium, Kapitel 22, Vers 34: „der Hahn wird heute nicht krähen ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst.“ Er sollte Recht behalten und hat ihm doch vergeben. Jesus hat ihm vertraut, Petrus wurde von ihm auserwählt, seine Botschaft weiterzugeben. So steht bei Matthäus im 16. Kapitel „Du bist Petrus (von griechisch petros – der Stein) und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“.

Und Petrus hat getan, was Jesus ihm aufgetragen hat. Er gilt als Missionar der Urgemeinde und nach seiner ersten Predigt in Jerusalem sollen sich mehr als 3000 Menschen zum christlichen Glauben bekannt haben.

Im Neuen Testament gibt es zwei Petrusbriefe. Aus dem ersten stammt der Predigttext. Er ist an Christen gerichtet, die sich in einer akuten Verfolgungssituation befinden und soll sie zu ihrem Glauben ermutigen, gibt aber gleichzeitig auch Anweisungen zum Zusammenleben.

Beim Lesen des Textes fielen mir direkt zwei Themen auf.

Das eine ist der Wochenspruch: „All Eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für Euch“. Wie schön wäre das, wenn das immer ginge.

Sorgen – die kennt und hat, denke ich, jeder von uns. Da ist die Sorge um die Kinder – werden sie gute Noten schreiben, sind sie in einem korrekten Freundeskreis, bekommen sie nach der Schule einen Ausbildungs- oder Studienplatz – und danach eine gute Arbeitsstelle? Werden sie glücklich?

Die Sorgen um das eigene Wohl – wird mein Partner mich immer lieben? Bleibe ich gesund? Werde ich immer genug Geld zum Leben haben?

Und die Sorge um die Eltern – wie lange können sie alleine leben? Was ist, wenn das nicht mehr geht?

Und die Sorge um die Umwelt, das Klima – gerade nach den Katastrophen diesen Jahres -, die politischen Entwicklungen….

Die Liste könnte noch beliebig verlängert werden.

Wissen Sie, was das ist? (Sorgenfresser hochhalten) – ein Sorgenfresser. Man schreibt seine Sorgen auf, gibt sie hier in das Maul, macht den Reißverschluss zu – und sie sind dann zwar noch nicht weg, aber dadurch, dass man sie aufgeschrieben oder aufgemalt hat, ist ein erster Schritt getan, denn die Sorgen sind veranschaulicht.

Oder das hier (Säckchen hochhalten) – in diesem Säckchen befinden sich kleine Sorgenpuppen aus Guatemala. Man kann ihnen seine Sorgen erzählen, legt das Säckchen unter das Kopfkissen, schläft eine Nacht drüber – und am nächsten Tag sind sie dann angeblich weg.

Beides ist für Kinder gedacht – aber was machen die Erwachsenen? Im Prinzip das Gleiche, nur eben „altersgerechter“, denn laut Predigttext sollen wir unsere Sorgen auf Gott werfen.

Und das machen wir, nämlich im Gebet. Da können wir Gott danken, für das was er uns Gutes getan hat, aber wir können ihm auch unsere Sorgen mitteilen.  Und das Wissen, das da jemand ist, der uns zuhört, ist doch sehr beruhigend. Hier hilft der Glaube an Gott sehr, bei ihm fühlt man sich geborgen, er wird helfen.

Ganz ehrlich – als Christen sollten wir eigentlich auch unseren Kindern von Anfang an sagen, dass sie Gott ihre Sorgen mitteilen können. Vielleicht kann man das ja mit dem Sorgenfresser oder den Sorgenpüppchen geschickt verbinden.

Und das andere Thema, das mir hier sofort auffiel, ist die Ermahnung „ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter“.

Sich den Ältesten unterordnen – das ist für viele der so oft zitierte „Respekt vor dem Alter“. Aber ist Ihnen auch schon mal aufgefallen, dass der Respekt in unserer Gesellschaft eine immer geringere Rolle spielt?

Wir hören in letzter Zeit immer wieder von Angriffen auf Polizisten bei Demonstrationen oder von Angriffen auf Rettungssanitäter, wie vor einigen Wochen in Düsseldorf, wo eine große Gruppe von Jugendlichen die Sanitäter an ihrer Arbeit behinderten.

Aber auch „im Kleinen“ gibt es immer weniger Respekt. Mir fällt beispielsweise immer wieder auf, dass in Bus oder Bahn kaum ein junger Mensch aufsteht und einem älteren den Platz anbietet.

Oder das Duzen. Ich bin da zwar relativ liberal, aber ich möchte nicht in unbedingt in einem Geschäft oder einer Kneipe geduzt werden – von jüngeren Leuten. Ich bin so erzogen, dass ich Respekt vor älteren Menschen habe und bedauere wirklich sehr, dass das heute nicht immer der Fall ist.

In meiner Firma gibt es immer wieder Praktikanten oder Trainees. Vor Corona war es so, dass ich - wenn ich einem Kollegen oder einer Kollegin auf dem Hof oder Flur begegnete, grüßt. Da kam von den jungen Leuten aber kaum mal ein Gruß zurück. Und jetzt in Coronazeiten, wo wir alle seit über 1,5 Jahren von zu Hause arbeiten, bekomme ich Mails von Personen, die ich gar nicht kenne, und die mit „Hallo Heike“ anfangen. Das finde ich schon etwas „übergriffig“.

Oder nehmen wir das Beispiel Fitnessstudio. Die Studios sind ja wieder offen und man sollte doch meinen, dass die Leute sich freuen, wieder andere zu sehen und auch zu kommunizieren. Fehlanzeige. Jeder hat Stöpsel im Ohr und trainiert so vor sich hin. Auch da wird kein Gruß erwidert.

Das hört sich jetzt vielleicht kleinlich an, aber meiner Meinung nach ist ein gegenseitiges Grüßen nicht schwer und eine Basis zwischenmenschlichen Lebens.

Vor einiger Zeit habe ich das Ergebnis einer Umfrage gelesen, die in der „Generation Mitte“ – den 30 bis 59jährigen – durchgeführt wurde. Eine der Fragen war „Was verändert sich Ihrer Meinung nach in unserer Gesellschaft zurzeit vor allem?“  68% der Befragten waren der Meinung, dass die Menschen immer weniger Respekt voreinander haben; 66% stimmten der Behauptung zu, dass gute Manieren und gutes Benehmen an Bedeutung verlieren.

Ich stehe also mit meinem Eindruck nicht allein da. 

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde nicht, dass sich die jüngeren sich den älteren immer unterordnen sollten. Sie sollten ihre eigene Meinung haben und auch vertreten, aber das eben mit dem dazu gehörenden Respekt. Das würde ich mir wünschen.

Betrachten wir aber noch eine andere Aussage im Text „der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben.“

Das ist schon ein Satz, der Angst macht. Der Teufel allein ist uns Christen ja schon nicht geheuer. Und wenn er dann noch wie ein sehr gefährliches Tier, nämlich ein „brüllender Löwe“ umherschleicht, ist das nochmal schlimmer.

Aber Petrus sagt auch, dass diejenigen, die fest in ihrem Glauben an Gott sind, dem widerstehen können – also jeglicher Gefahr gefeit sind. Und er gibt auch in Vers 10 die Antwort, warum das so ist: Gott wird diejenigen, die eine kleine Zeit leiden, aufrichten, stärken und kräftigen.

In der Bibelübersetzung „Hoffnung für alle“ ist das für mich noch besser ausgedrückt: „Er wird euch ans Ziel bringen, euch Kraft und Stärke geben und dafür sorgen, dass ihr fest und sicher steht“.

Und das sollten wir uns immer vor Augen halten: Gott ist für uns da. Unser Glaube an ihn hilft uns, wenn wir Sorgen haben. Wir können Sie ihm mitteilen. Gott gibt uns Kraft und stärkt uns. Das alles sind wunderbare Zusagen, mit denen wir getröstet durch das Leben gehen können. Und wenn wir uns dann noch den zweiten Teil von Vers 5 verinnerlichen „Alle aber miteinander bekleidet euch mit Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade“ – dann sind wir auf dem richtigen Weg. Denn Demut – und der oben genannte Respekt, das gute Benehmen und die guten Manieren – helfen uns, besser durch das Leben zu gehen.

Ein Leben mit dem Wissen, dass Gott uns liebt.

Amen  

Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus

Prädikantin Heike Kümpel