Kurzgeschichte der Kirchengemeinde Brüggen/Erft

Vorgeschichte
1933 bis 1945
Kirchenkampf
Nach 1945
1949 – 1951
1951 – 1962
1962 – 1966
1967 – 1974
1974 – 1976
1976 – 2000
2000 – 2006
2007
Vorgeschichte nach oben
Die evangelische Kirchengemeinde Kerpen-Brüggen hat wie alle anderen Kirchengemeinden der heutigen Stadt Kerpen ihren Ursprung in der Kirchengemeinde Frechen, die seit 1672 beurkundet ist, wahrscheinlich aber bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht, also in die Zeit des Beginns der Reformation mit ihren religiösen und sozialen Unruhen in Deutschland. Sie ist voraussichtlich während der 1566 beginnenden Unabhängigkeitskämpfe der Niederlande gegen Spanien entstanden, die sich bis in unsere Region zogen und entsprechende Besatzungszeiten der damals calvinistischreformierten Oranier nach sich zogen. 
 

Die jeweiligen Abspaltungen der heutigen Gemeinden von der Kirchengemeinde Frechen hängen mit dem wachsenden Zuzug evangelischer Christen aus Sachsen, aus der Pfalz und vom Niederrhein im 19. Jahrhundert aufgrund der industriellen Entwicklung und deren Wunsch nach ortsnahen Gottesdiensten sowie Unterrichtung ihrer Kinder zusammen. 1928 wurde die Kirchengemeinde Kerpen-Horrem, u. a. mit dem  Gemeindebezirk Brüggen/Erft, ausgepfarrt; sie blieb allerdings mit der Kirchengemeinde Frechen pfarramtlich verbunden. Interessant ist, dass den aus einigen Gemeindebezirken entstehenden Neugründungen von Kirchengemeinden in der Regel der Bau einer Kirche vorausging - so auch in Brüggen.  
 

1933 bis 1945 nach oben
Zwischen 1908 und 1933 stieg die Anzahl der Evangelischen in Türnich, Balkhausen und Brüggen von 170 auf 358, so dass auch hier der Wunsch nach einer eigenen Kirche immer größer wurde. Am 14.06.1935 gründeten 43 evangelische Christen den „Evangelischen Kirchbauverein e. V. zu Brüggen-Erft“. Vorsitzender wurde Fritz Benninghoff (geb. 1886), leitender Angestellter der Brüggener Grube Hubertus, engagierter evangelischer Christ und bereits Presbyter der Kirchengemeinde Horrem für den Gemeindebezirk Brüggen/Erft. Insgesamt beschafften er und der Kirchbauverein u. a. von Grube Hubertus, Rheinische AG, Grube Louise, Roddergrube, Bergwerksbesitzer Victor Rolff, aber auch von Privatpersonen bis 1937 13.750 Mark. Das Grundstück an der Coloniahalde stiftete Bergwerksdirektor Victor Rolff. 
 

Nach den Plänen des Kölner Architekten Heinrich Benoit begann der Bau mit dem ersten Spatenstich am 5.05.1937, am 28.07.1937 wurde Richtfest gefeiert und bereits am 14.11.1937 wurde die Kirche im Beisein des Generalsuperintendenten der Rheinprovinz Dr. Stoltenhoff ihrer Bestimmung übergeben. Die Baukosten betrugen einschließlich der Einrichtung 16.307 Mark. 
 

Am 4.03.1939 stiftete Generalfeldmarschall von Mackensen in seiner Funktion als preußischer Staatsrat auf Vermittlung des in Brüggen ansässigen Bergdirektors Dr. Hans Kersting, ebenfalls Presbyter der Kirchengemeinde Horrem, der Kirche eine Rudolf-Schäfer-Bibel mit einer  Widmung aus dem Lukasevangelium. Von daher leitet sich der Name „Lukaskirche“ ab. Ein Fresko an der Altarwand, das die Passionsgeschichte thematisch aufgriff, wurde im Winter 1941/1942 durch den Hamburger Künstler Franz von Hacht erstellt. 1944 wurde die Kirche durch Bombenabwurf schwer beschädigt und dadurch nicht mehr benutzbar. 
 

Kirchenkampf nach oben
Die Vereinigung der Landeskirchen zur „Deutschen Evangelischen Kirche (DEK)“ 1933, der beherrschende Einfluss der „Deutschen Christen“ in den kirchlichen Körperschaften und die damit einher gehende Gleichschaltung von Lehre und Organisation hat vor der Kirchengemeinde Horrem sicherlich nicht halt gemacht.  
 

Generell wird für Horrem berichtet, dass sich „Kirchenchor, Mädchenbund und Frauenhilfe“ aufgelöst haben, um möglicherweise der „Gleichschaltung“ zu entgehen. Einen Hinweis darauf, dass der Kirchenkampf auch in der Kirchengemeinde Horrem ein Thema war, finden wir in einem Protokoll des Presbyteriums aus 1943: Dort befasst es sich ausführlich mit einem Versuch des württembergischen Landesbischofs Wurm, anhand eines 13-Punkte-Programms eine Einigung der unterschiedlichen Gruppierungen der evangelischen Christen in Deutschland herbeizuführen, und begrüßt diesen ausdrücklich. 
 

Die Quellenlage gibt keine Auskunft über das Gemeindeleben speziell im Gemeindebezirk Brüggen/Erft während der nationalsozialistischen Zeit. Hier dominiert der Bau der Lukaskirche. Dies muss als ein Zeichen für engagiertes evangelisches Christentum gewertet werden, welches sich von nationalsozialistischer Unterdrückung unbeeindruckt zeigte. Auch die Tatsache, dass mit Generalfeldmarschall von Mackensen ein Stifter für die Altar-Bibel gesucht und gefunden wurde, dem Kontakte zur bekennenden Kirche nachgesagt werden, ist sicherlich ein Indiz für die Haltung der handelnden Personen.  
 

Als herausragend muss auch das gute Verhältnis zu den katholischen Schwestern und Brüdern in den 3 Ortsteilen benannt werden. Sie unterstützten den Bau der Kirche, stellten ihr Gemeindezentrum als Gottesdienststätte nach der Bombardierung der Lukaskirche 1944 zur Verfügung und halfen bei der Instandsetzung nach dem Krieg aktiv und durch Spenden mit. Ein Verhältnis, welches gerade in der heutigen Zeit eine starke Wiederbelebung findet. 
 

Nach 1945 nach oben
Bereits 1938 wurden erste Versuche unternommen, die Gemeinde Horrem mit einer eigenen Pfarrstelle endgültig von Frechen zu lösen, der Krieg stoppte jedoch alle Bemühungen. 1946 wurde dann zunächst die pfarramtliche Verbindung zwischen Horrem und Frechen aufgelöst; Horrem erhielt eine eigene Pfarrstelle. Allerdings stieg die Zahl evangelischer Christen bis 1947 durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und Ostflüchtlingen um nahezu 2500 auf 3700 an. Dies führte zu der Gründung  der Kirchengemeinde Brüggen/Erft zum 1.7.1949, ebenfalls mit einer eigenen Pfarrstelle. Sie umfasste die Ortschaften Brüggen, Balkhausen, Türnich, Mödrath, Kerpen, Bergerhausen, Blatzheim und Niederbolheim. 
 
Folgende Pfarrer waren in der Kirchengemeinde tätig:  nach oben

1949 – 1951

Pfarrer Wilhelm Paul Vieth als Hilfsgeistlicher
  • Bau des Pfarrhauses

 
 

1951 – 1962

Pfarrer Herbert Kliemann

  • Bau des Kinderhortes
  • Erweiterungsbauten Kindergarten und Gemeinderäume
  • Liquidation des Kirchbauvereins (1957), dessen Vermögen an die Kirchengemeinde Brüggen/Erft fiel

 
 

1962 – 1966

Pfarrer Ernst Daniel Günther

  • Planung Erweiterung Pfarrhaus und Gemeindebüro
  • Bau eines Gemeindehauses in Kerpen

 
 

1967 – 1974

Pfarrer Werner Steinmetzler

  • Erweiterung Pfarrhaus und Neubau Gemeindebüro
  • Eingemeindung von Kierdorf (1969), bis dahin zur Kirchengemeinde Liblar gehörend
  • Einrichtung einer 2. Pfarrstelle für den Gemeindebezirk Kerpen
  • Bauliche Umgestaltung des Altarraums und Renovierung der Lukaskirche (u. a. Vernichtung des Fresko an der Altarwand)
  • Gründung der Kirchengemeinde Kerpen (1.1.1974) mit Auspfarrung der Gemeindebezirke Kerpen, Blatzheim, Bergerhausen und Niederbolheim

 
 

1974 – 1976

Vakanz 
 

1976 – 2000

Pfarrerin Hannelore Häusler

  • Erweiterung der Lukaskirche um einen Kirchsaal (Eingangsbereich)/Neubau eines Gemeindezentrums (1987)

 
 

2000 – 2006

Pfarrer Sebastian Walde

  • Gründung des neuen „Kirchbauvereins evangelische Lukaskirche Brüggen/Erft e. V.“

 
 

2007

Pfarrerin Gesa Francke 
 
 

 

Gezeichnet  Dietmar Reimann (bis 2007)
 

Quellen:

  1. Protokolle Sitzungen Presbyterium der Kirchengemeinde Horrem
  2. 150 Jahre Klümpchen, Kerpen 2004

     aus der Reihe: Beiträge zur Kerpener Geschichte, Band VIII,

     Herausgeber: Verein der Heimatfreunde Stadt Kerpen e. V.

  1. Akten der Ev. Kirchengemeinde Brüggen/Erft



 2008

2009

2010

Erneuerung des Aussenbalkon, verwitterte Holzauflage wird durch Edelstahlbelag ersetzt.
Balkon

2011

Die Holzterasse kann seit langem nicht genutzt werden. Der Terassenbereich wird endsorgt und durch eine gepflasterte Fläche saniert.

Terasse      

Der Glockenturm muss nach   ??Jahren erneuert werden und das Dach wird neu gedeckt.

 Neues vom Glockenturm

Turm